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Schreibwettbewerb

Die folgenden Texte entstanden im Rahmen eines Schreibwettbewerbes. Unnötig zu sagen, dass sie nicht zensiert sind. Das heist jedoch auch, dass sie nicht unbedingt die Therapeutensichtweise widerspiegeln.

  • Beitrag I
    • Beitrag II
      • Beitrag III
        • Beitrag IV

          • Beitrag I

            1.Warum habe ich mich für Schloß Bettenburg entschieden?

            Latent, mag sicherlich eine Rolle gespielt haben, dass mein Bruder auch auf Schloß Bettenburg Therapie gemacht hat.
            Als ich mich dazu durchgerungen habe auf Therapie zu gehen und mir der Vermittler von "Teso München" das Prospekt der Burg gezeigt hat und auch gleich angerufen hat, als mir dann auch noch direkt ein Termin zugesagt wurde, habe ich gar nicht mehr lange verglichen, sondern mich spontan für Schloß Bettenburg entschieden. Schloß Bettenburg hat für mich den Vorteil gehabt, dass ich, wie schon erwähnt, eine zuverlässige Informationsquelle hatte, wie ich sie über eine andere Einrichtung nie hätte bekommen können.


            2.Wodurch unterscheidet sich Schloß Bettenburg von anderen Angeboten der Drogenhilfe (Beratungsstelle, Entzugsklinik, Methadon-Vergabe, Anlaufstellen, andere Langzeittherapieeinrichtungen).

            Wie aus Frage 1 schon hervorgeht, habe ich keine Kenntnisse über andere Rehaeinrichtungen. An dieser Stelle sei vielleicht zu erwähnen, dass, abgesehen von vier Tagen Synanon (Berlin), dies meine erste und hoffentlich auch einzige Therapie ist. Synanon verfolgt ganz andere Ziele, als eine, ich nenne es mal, konservative Therapieeinrichtung und hat somit im Einzelfall durchaus seine Berechtigung. In meinem Fall war das mit Sicherheit nicht adäquat. Die Umstände zu erklären, warum ich überhaupt bei Synanon gelandet bin, würde den Rahmen hier sprengen und auch an der Frage vorbeigehen.


            3.Was bietet Schloß Bettenburg für Vorteile?

            Um die Vorteile von Schloß Bettenburg wirklich objektiv beschreiben zu können, bedingt es meiner Meinung nach, zumindest teilweise, einer Vergleichsmöglichkeit. Da ich die nun mal nicht habe, kann ich nur davon sprechen, was mir an Schloß Bettenburg gefällt. Das erste was mir spontan einfällt, ist die herrliche Lage, mitten der unterfränkischen Hassberge.
            Abgeschieden auf einer Anhöhe in der Nähe eines beschaulichen Ortes, Hofheim, liegt das 800 Jahre alte Schloß, wofür ich eine Affinität habe. Fernab von jedem Großstadttrubel, glaube ich, ist es ein guter Ort zur Ruhe zu kommen und sich auf etwas neues vorzubereiten, was für mich einen entscheidend wichtigen Teil einer Therapie ausmacht.
            Des weiteren wäre da das Konzept von Schloß Bettenburg, was mir persönlich auch entgegenkommt. Es wird zwar nicht von Anfängern auf relative Eigenverantwortung gesetzt.
            Die könnte für meinen Geschmack noch etwas mehr sein, doch wäre das wahrscheinlich für den Großteil der Klienten nicht angebracht und somit wurde ein ganz guter Mittelweg gefunden.
            Lobend möchte ich auch den Therapeutenstab erwähnen, der, und da meine ich ausnahmslos jeden Therapeuten im einzelnen, hervorragende Arbeit leistet. Salopp gesagt, die haben schon Ahnung, von dem was sie da tun. Was ich auch gut finde, ist der persönliche Umgang, wobei die nötige Distanz trotzdem gewahrt bleibt.
            In der Regel stehen sie einem immer mit Rat und Tat - na ja sagen wir zumindest - mit Rat zur Seite. Ich möchte an dieser Stelle und auf diesen Weg, auch noch mal ein großes Dankeschön loswerden, für euere Arbeit, in diesen Genuss ich in den letzten zehn Monaten kommen durfte.
            Da ich aber kein Werbeprospekt schreiben möchte, seien auch noch ein paar Sachen erwähnt, die mir nicht so gefallen haben. Wie schon kurz angeschnitten, hätte mir mehr Eigenverantwortung schon zugesagt, die ich zweifelsohne, mehr als manch anderer genossen habe, doch wurde sie von Zeit zu Zeit in Frage gestellt und beschnitten. Natürlich ist mir die Ambivalenz durchaus bewusst, doch hätte ich mir ein höheres Feingefühl und mehr Vertrauen gewünscht. Zur Entschuldigung könnte ich anführen, doch gleichzeitig könnte man das auch bemängeln, dass bei einer doch relativ hohen Anzahl, von mir im Schnitt 50 Klienten, die Bedürfnisse des Einzelnen manchmal zu kurz kommen.
            Auch finde ich, dass, was man im weitesten Sinne Psychotherapie nennen könnte, in den Gruppen und Einzelgesprächen zu kurz gekommen ist. Überhaupt fand ich die Gruppen mit 3x die Woche (1,5 Std.) zu wenig. Einzelgespräche bekommt man nur, wenn man sie anfordert. Wer, wie ich, damit seine Schwierigkeiten hat, läuft Gefahr, dabei auf der Strecke zu bleiben. Auch öffnet das die Tür, sich durchzuschmuggeln, verschärft ausgedrückt, könnte man sagen, es ist eine lockere "35iger" Therapie.
            Etwas gering sind auch die Freizeitangebote. Es ist im Einzelfall doch ziemlich viel möglich, zu initiieren, doch fehlt vielen der Antrieb etwas, nicht direkt greifbares, erst ins Leben zurufen.
            Würde es angeboten, so denke ich, würde es auch genutzt werden.
            Doch unterm Strich, habe ich hier auf Schloß Bettenburg eine super Zeit erlebt, die ich um nichts missen möchte.

            Mein Dank gilt:
            Dr. Theo Wessel, Manfred, Gerda, Uli, Susanne M., Susanne D., Alex, Ekkehard, Micha, Peter, Ilse, Gerd, Guido, Norbert und nicht zuletzt auch Ralf, der leider seit längerer Zeit erkrankt ist.


            Beitrag II

            1.Warum habe ich mich für Schloß Bettenburg entschieden?

            Ich habe in Tübingen von 1982 - 1993 gelebt, nach meiner Aussiedlung von Ost-West bis zu meinem ersten Therapieschritt, (B.). Diese Zeit war sehr traurig bis euphorisch, sehr intensiv und prägend. Tübingen hat mich in Gedanken nie losgelassen. Über Schloß Bettenburg, Drogenhilfe Tübingen, dachte ich, dass ich dadurch den Sprung nach Tübingen, clean, schaffe. Schloß Bettenburg war mir aus Erzählungen von Tübinger Leuten, durchaus bekannt. Durch die Drogenberatung Augsburg erfuhr ich dann, dass Frau als Paar und Kindern willkommen ist, und mein Entschluss stand fest. Ich bin Therapie erfahren, wusste (dachte) dass der Ort oder Regelwerk keine Therapie ausmacht, sondern ich.


            2.Wodurch unterscheidet sich Schloß Bettenburg von anderen Angeboten der Drogenhilfe (Beratungsstelle, Entzugsklinik, Methadon-Vergabe, Anlaufstellen, andere Langzeittherapieeinrichtungen).

            Beratungsstelle: ist nur Beratung, der erste Schritt etwas zu ändern.
            Methadon-Vergabe: war für mich am Anfang gut, ich ging wieder auf eine Berufsschule, oder arbeitete. Ich kannte wieder einen "normalen" Alltag führen. Aber mit der eit, stellte ich fest, dass ich vereinsamte. Ich gehörte nicht mehr zum Junkyalltag, aber ich gehörte auch nicht zum Schul- Arbeitsalltag. Ich saß irgendwo dazwischen und was mich hielt, war die Kappe Codein oder Methadon. Der Affe kam trotzdem jeden Tag und bremste mich aus. Die Lügerei vorm Arzt (einzige Begleitung), jede Woche, nur dass ich mehr kriege, die Downers (Tbl.) der Alk, ließen einen vergessen, das rau es nicht geschafft hat. Ich war alleingelassen mit dem Methadon, und wie soll Frau mit einer Ersatzdroge umgehen, wenn ich mit Ätsch nicht zurechtkomme. Die Toleranzgrenze ist schnell überschritten, Mittelmaß, das kann ich nicht.
            Langzeittherapieeinrichtung: B. 1993 - 94.
            Ich kann nur einen Vergleich zu einer anderen Therapie vor 10 Jahren machen. Es ist hier mehr Selbstverantwortung, wie die Einzelgespräche selbst bestimmen, Anträge schreiben, Taschengeld, mehr Konfrontation: was die Ausgänge und frühe Heimfahrten angeht (B. erst nach 9-10 Monaten). Die Regeln sind lockerer, die Mammutsitzungen von 5 - 6 h (Großgruppe) gibt es auch nicht (mehr). Aber im Ganzen ist das alles nur der Rahmen, in dem ich mein Bild finden muss und hier auch Hilfe kriege es zu finden.
            Methadon ist immer so unter Stress, das mehr als 5 Min. pro Woche nicht möglich ist. Bei nicht take home Rezepten, trifft man nur die Arzthelferin pro Tag.


            3.Was bietet Schloß Bettenburg für Vorteile?

            Elterntherapie, Kinderhaus, Kindergarten, gleich im Gelände, pädag. Elterngruppe, Eltern-Kindgruppe.
            Sabine u. Michael sind offen für alles.
            Wenn es konstruktiv ist, sind alle Therapeuten offen, aber zuerst kommt immer doch das Gefühl, die Wut, ?..
            Der Elterntrakt, doch leider in 2 Wochen sehr einsam, was ich sehr bedauere, weil dadurch fühle ich mich noch isolierter.
            Anträge schreiben - Veränderungen herbeiführen.

            Schwimmingpool, Theatergruppe, Trommelkurs.
            Für Frauen: viele Jungen u. Männer.
            Für Männer: wenig Frauen - keine Ablenkung -, ihr könnt Therapie machen! Kraftsport.
            Fallschirmspringen!
            Altes Schloß, viel Natur, (Mutanteninsekten)
            Selbstverantwortung!
            und Ekkehard!


            Beitrag III

            1.Warum habe ich mich für Königsberger Lehrwerkstätten entschieden?

            In Bayern hatte ich für eine Eltern-Kind-Therapie nur zwei Möglichkeiten. Eine davon war Schloß Bettenburg. Auf meiner Entgiftung, wo ich mich zu einer Therapie entschlossen hatte (BKH-Augsburg-S II), kam eine Sozialarbeiterin zu Besuch, die kurz davor Schloß Bettenburg besichtigt hatte und positiv von dieser Therapieeinrichtung berichtet. Außerdem interessierte mich das Wohn-Gefühl einer Schloß-Burg.


            2.Wodurch unterscheiden sich die Königsberger Lehrwerkstätten von anderen Angeboten der Berufsausbildungshilfe

            Schloß-Bettenburg ist eine der ganz wenigen Eltern-Kind-Einrichtungen. Mit schulpflichtigen Kindern ist es meines Wissens nach die einsigste in Bayern. Das Kinderhaus wird mit der HPT begleitet, was ein Vorteil für schulpflichtige Kinder ist, weil andere gleichaltrige Kinder aus der Umgebung nach der Schule die Tagesstätte besuchen. Schloß Bettenburg kapselt sich nicht von den umliegenden Orten ab, sondern versucht durch Sportvereine, Praktikumsstellen, Adaptionen im Ort, sozialen Kontakt zu knüpfen und Wiedereingliederung ins Arbeitsleben herzustellen. Das ganze mit einem abstinenten Lebensstil.


            3.Was bieten die Königsberger Lehrwerkstätten für Vorteile?

            Schloß Bettenburg lässt die Möglichkeit sich seine Freizeit durch verschiedenste Angebote frei zu gestalten. Für etliche Freizeitangebote, Ausgänge und auch beispielsweise Arztfahrten stehen Zivi's zu Verfügung.
            Diese bringen morgens meinen Sohn zur Grund- und Hauptschule Hofheim. Die Heilpädagogische Tagesstätte und das Kinderhaus ist für Eltern ein großer Vorteil, da sie durch Erzieherinnen und Pädagoginnen eine gute Unterstützung und wertvolle Erziehungstipps erhalten.
            Schloß Bettenburg liegt landschaftlich sehr idyllisch und der nächste Ort Hofheim liegt nur ca. 4 km entfernt, in dem es alles notwendige, wie Ärzte, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Sportvereine, Schwimmbad etc. gibt.


            Beitrag IV

            1.Warum habe ich mich für Königsberger Lehrwerkstätten entschieden?

            Vom Gefängnis aus schrieb ich mehrere Therapieeinrichtungen an, wobei mir der Briefkontakt mit Schloß Bettenburg am besten gefiel und auf Anhieb sympathisch war. In der Broschüre von Schloß Bettenburg gefiel mir, dass man kurz und sachlich über das Therapie- und Freizeitprogramm aufgeklärt wird. Des weiteren fand ich es sehr interessant in einem 800 Jahre alten Schloß meine Therapie zu beginnen.


            2.Wodurch unterscheiden sich die Königsberger Lehrwerkstätten von anderen Angeboten der Berufsausbildungshilfe

            Auf der Bettenburg wird auf ein drogenfreies Leben hingearbeitet, jedoch mit Rückfallbearbeitung. Es wird mit jedem Klienten, trotz Gruppentherapie, sein eigenes Konzept zur Lebensgestaltung erarbeitet.
            Man durchläuft mehrere Therapiephasen in denen man auf die Außenwelt vorbereitet wird (Neuankömmlinge, Belastungserprobung, Praktikum etc.). Es wird sehr auf soziale Kontakte geachtet (Paargespräche, Familiengespräche), Bezug zur Außenwelt durch Mitgliedschaft in Vereinen (Fußball, Volleyball etc.). Das Thema Beziehung ist bei uns kein Tabuthema. Man kann Beziehungen eingehen und wird dabei unterstützt diese auszuleben.
            Es wird sehr auf die Gesundheit der Patienten geachtet, was sich durch sofortige Arztbesuche und kontrollierte Medikamentenausgabe wiederspiegelt.


            3.Was bieten die Königsberger Lehrwerkstätten für Vorteile?

            Die Vorteile auf Schloß Bettenburg liegen für mich darin, schon während der Therapie auf mein künftiges Berufsleben vorzubereiten. Eine große Chance besteht darin, in den eigenen Werkstätten und Nachsorgeeinrichtungen entweder eine Lehre oder andere Berufsmöglichkeiten in Angriff zu nehmen, da sie die finanzielle und soziale Indikation vorbereiten.
            Während der Therapie werden auch viele BIZ-Fahrten organisiert, sowie Gespräche geführt, was die berufliche Zukunft angeht. Für mich liegt der Vorteil auf der Bettenburg auch darin, dass sie in einer ländlichen Gegend ist und ich Abstand zur Großstadt und der damit verbundenen Drogenszene bekomme.
            Die Größe der Burg und seiner Außenanlage ermöglicht einem, auch mal mit seinen Gedanken allein zu sein, obwohl wir in einer Familie von 50 Klienten zusammenleben. Dieses Altgemäuer strahlt eine gemütliche nicht sterile Atmosphäre aus.